Agenda 21-Beirat informiert sich über erneuerbaren Ernergiequellen
09.12.09 | Rubrik: Lokale Agenda 21
Der Vortrag der Stadtwerke Bochum zu deren Beiträgen zur regenerativen Energieerzeugung fand großes Interesse unter den Beirats-Mitgliedern.
Dr. Hans Hanke von der SPD-Ratsfraktion fragte nach, ob die Stadtwerke den kompletten Strombedarf in Bochum decken und ob sie noch Strom von auswärts beziehen. Laut den Stadtwerken erzeugt man Dreiviertel des verkauften Stroms selbst, 100 Prozent seien das Ziel. Die Frage nach dem Atomstrom im Bochumer Netz sei dahingehend zu beantworten, dass man sich das Stromnetz als großen Teich vorstellen kann. Dieser wird von allen Energieerzeugern gespeist und aus diesem bedienen sich alle Stromverbraucher. Die Stadtwerke selbst haben keine Beteiligung an einem AKW.
Auf die Frage, ob Kohlekraftwerke nicht doch sauber zu bekommen seien, antwortet Dr. Meisner, im Prinzip handele es sich immer noch um eine Dampfmaschine. Fossile Energieträger werden verbrannt, damit Wasser erhitzt, welches eine Turbine antreibt und so über einen Generator Strom erzeugt. Trotz Kraftwärmkopplung, mehreren hintereinander geschalteten Turbinen und der Neben-Nutzung von Fernwärme zur Effizienzsteigerung sei immer noch eine Verbrennung nötig. Dabei entstehe unvermeidlich CO2. Heute würden fast alle Giftstoffe herausgefiltert, aber CO2 sei nicht zu verhindern, höchstens abzuscheiden und das auch nur zur maximal 70 Prozent. Auch müsse das CO2 irgendwo gelagert werden - keine leichte Aufgabe. Der Wirkungsgrad der Kraftwerke sinke um 10 Prozent und man brauche 30 Prozent mehr Rohstoffe.
Hans-Jürgen Banaschak plädierte für eine dezentrale Energieerzeugung, statt Strom über 100 Kilometer zu transportieren und verweis auf das Projekt des Autokonzern Volkswagen, der Golf-Motoren in die Keller stellen und so Strom erzeugen will. Der Experte der Stadtwerke wollte sich auf diesem Feld mit Blick auf seinen Arbeitgeber nicht so recht positiv äußern. Ein Autobauer sei auf diesem Feld einfach nicht kompetent. Früher hatte man Kohlen im Keller, heute einen VW Motor und stehe vor der Notwendigkeit, die Rohstoffe einzukaufen. Zudem handele es sich immer noch um konventionell aus fossilen Rohstoffen erzeugte Energie. Auf Nachhaken bescheinigte er immerhin eine recht gute Effizienz. Eine dezentrale Energieerzeugung sei ein guter Ansatz, funktioniere aber nicht.
Stephan Meisner erinnerte daran, dass die Photovoltaiktechnik nur "boome", weil der Staat diese bezuschusse. Der Bürger merke das über den EEG-Satz auf der Stromrechnung Die staatliche Vergütung sei nötig, um erneuerbare Energie zu fördern, sonst gebe es nur Kohlekraftwerke, weil die am billigsten produzieren.
Interessant sei schließlich noch die Nutzung von Erdwärme. Die Stadtwerke fördern hier einen Lehrstuhl und suchen nach Beteiligungsmöglichkeiten, wobei die Geologie ausschlaggebend für den Standort einer Geothermie-Anlage sei.
Weitere Informationen zu Regenerativen Stromerzeugung gibt es im Internet unter www.stadtwerke-bochum.de/oekovisuell.
