Arbeitskreis Verkehr informiert sich zur "Nahmobilität"
03.08.09 | Rubrik: Lokale Agenda 21
Der Arbeitskreis Verkehr hat sich ausführlich mit dem Konzept der so genannten "Nahmobilität" beschäftigt. Nahmobilität meint die individuelle Mobilität vornehmlich von Fußgängern und Radfahrern im Umkreis bis zu 5 Kilometern um ihre Wohnung.
Bezeichnenderweise wird Nahmobilität in der Schweiz "Langsamverkehr" genannt. Zur Gruppe der Nicht-Motorisierten Verkehrsteilnehmer zählen vor allem Kinder, Familien und Senioren.
Fußgängern stehen im Verkehrsraum oft nur Restflächen zur Verfügung. Sie können als die "vergessenen" Verkehrsteilnehmer bezeichnet werden. Ziel der Nahmobilität ist es daher, vor allem für Fußgänger attraktive Wege zu gestalten. Da mit dem Fahrrad weitere Distanzen überbrückt werden können, steht es bei der Nahmobilität erst an zweiter Stelle. Dabei hat es den Vorteil, als erstes Verkehrsmittel den Pkw ersetzen zu können.
Nahmobilität wird als der Gesellschaft zuträglich eingeschätzt, da sie u.a. klima- und umweltfreundlich sowie gesundheitsfördernd ist. Nahmobilität erfüllt insbesondere die Bedürfnisse älterer Menschen und fördert die gesellschaftlichen Kontakte dieser Gruppe. Nahmobilität schafft attraktiven Lebensraum insbesondere für Familien und kann eine Lösung bei schrumpfenden Städten und der Zunahme der Anteil älterer Menschen sein. Sie kann Wettbewerbsvorteile für die Stadt schaffen.
Im Nahbereich sollen möglichst keine Wege mit dem motorisierten Individualverkehr (Pkw) zurückgelegt werden. Die Kosten um die Nahmobilität zu fördern gelten als geringer als die Kosten für die Verkehrsinfrastruktur für Pkw und ÖPNV. Es wird von den Fürsprechern des Konzeptes als wichtig angesehen, Nahversorgung und Naherholung in Wohnungsnähe zu kombinieren, beide sollen zum Erlebnis und nicht zum Ärgernis werden.
Nahmobilität schafft Vorteile für die Verkehrsicherheit durch weniger Unfälle für Fußgänger und Radfahrer auf guten Strecken. Sie hilft die Verkehrssicherheit für Kinder zu erhöhen. Als selbstverständlich erscheinen auch die damit verbundenen Umweltvorteile: Wenn circa Prozent der Pkw-Fahrten im Umkreis von 5 Kilometern statt mit dem Auto zu Fuß oder mit dem Rad stattfinden würden, würden die Emissionen um 20 Prozent abnehmen. Ebenso selbstverständlich wirkt sich Nahmobilität positiv auf die Gesundheit aus, wenn bereits 30 Minuten Bewegung am Tag die Gesundheit fördern. Hier kann dem allgemeinen Bewegungsmangel entgegen getreten werden.
Wenn sich in Umfragen 80 Prozent der Befragten mehr Raum für Fußgänger wünschen, lässt das auf eine Befürwortung der Nahmobilität in der Bevölkerung schließen. Die Politik müsste dies auszunutzen versuchen, findet der Arbeitskreis Verkehr.
Zum Konzept der Nahmobilität hat die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden AGFS eine Broschüre herausgegeben. Der Arbeitskreis hat dies ausgewertet und sucht nun nach konkreten Ansatz- und Umsetzungsmöglichkeiten in Bochum.
Der Arbeitskreis befürwortet das Konzept der Nahmobilität und hält es für einen wichtigen Ansatz, der weiter verfolgt werden soll. Die Ideen der Nahmobilität sollen in die Argumentation des Arbeitskreises für einen umwelt- und sozialverträglichen Verkehr in Bochum aufgenommen werden.
