Großes Echo auf Buch "Bochum gestern, heute, morgen"
20.06.09 | Rubrik: Lokale Agenda 21
Das von der Bochum-Agenda 21 geförderte russischsprachige Buch "Bochum gestern, heute, morgen" ist auf großen Zuspruch gestoßen.
Ehemalige Zwangsarbeiter aus der Ukraine, vor allem aus Donezk, die auf Einladung der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. bzw. dem Rat der Stadt in Bochum waren, zeigten sich begeistert.
Vera Schutowa, als Kind zusammen mit der Mutter und den Geschwistern nach Deutschland verschleppt, ist seit Jahrzehnten im Verband der minderjährigen Zwangsarbeiter des Donezker Gebietes tätig. Sie hat mehrmals Zwangsarbeitergruppen nach Bochum und Essen begleitet und schreibt: "Am 8. Januar [2009] erhielten wir das Buch von Alla Prykhodko, […] Als ich in Bochum war, habe ich mich immer bemüht alles Interessante auf den verschiedenen Exkursionen zu notieren - und nun ist das alles in diesem Buch vereint. Leider haben wir noch nicht die neue Synagoge sehen können. Das Buch ist anschaulich und verständlich geschrieben. Alla Prichodko sei Dank für diese Arbeit. Vielen Dank auch Waltraud Jachnow und Wolfhart Matthäus für die Mitarbeit. Allen danken wir dafür, dass Ihr uns nicht vergesst."
Ljuba Owtschinnikowa, am 05.03.1945 als Kind von Zwangsarbeitern, die auf der Zeche Caroline arbeiten mussten, in Bochum geboren, schrieb aus Donezk: "Gestern sah ich bei Vera Schutowa das Buch "Bochum gestern, heute, morgen" - ich war ganz traurig, dass ich keines bekommen habe. Vera hat mir versprochen, es mir zu leihen, sobald sie es gelesen hat. Alles was Bochum betrifft, interessiert mich sehr, schließlich ist Bochum doch meine Geburtsstadt."
Wassilij Maljarenko, als Sechzehnjähriger nach Bochum verschleppt, schrieb am aus Krivoj Rog/Ukraine: "Liebe Waltraud, ich habe von Ihnen zwei Bücher bekommen [bei dem anderen Buch handelt es sich um "Lopatto - Pilipenko, Eine Spur von mir...", ebenfalls mit Unterstützung der Agenda 21 publiziert]. Ich danke Ihnen sehr für dieses so wertvolle Geschenk. Das Buch über die Geschichte Bochums ist für mich deshalb so wertvoll, weil ich in dieser Stadt mehr als drei Jahre zugebracht habe, wenn auch gezwungenermaßen. Es waren meine Jugendjahre, die ich dort unter schweren Bedingungen, sowohl in moralischer als auch in physischer Hinsicht verlebte. Ich kenne nicht die im Buch beschriebenen Stadtteile, die historischen Sehenswürdigkeiten und Kirchen aus zwei Gründen. Erstens - war ich Zwangsarbeiter und lebte in einem Lager, uns war kategorisch verboten, uns frei in der Stadt zu bewegen. Zweitens - war damals Krieg, der schrecklichste in der Geschichte der Menschheit und Bochum war fast völlig zerstört, besonders das Zentrum infolge der amerikanischen und britischen Luftangriffe. Als ich 2002 einige Tage in Bochum war, hatte ich einen ausgezeichneten Eindruck von Ihrer Stadt - sehr viel Grün, kein Staub und kein Gasgeruch in der Luft, sehr sauber und modern. Alla Prichodko ist unter Ihrer Beteiligung eine große Arbeit mit der Herausgabe dieses Buches zur Geschichte Bochums, einem Zentrum des Ruhrgebietes, gelungen. […] Es befinden sich sehr schöne Farbfotografien von den Sehenswürdigkeiten der Stadt am Ende des Buches."
