Wird Bochum endlich "fahrradfreundlich"?
22.09.09 | Rubrik: Lokale Agenda 21
Dortmund ist es, Essen ist es, und seit neuestem sogar Duisburg:
Mitglied in der landesweiten Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise (AGFS), die das kommunale Engagement zum Ausdruck bringt, den umweltschonenden Verkehr zu Fuß und mit dem Rad zu fördern. Nicht so in Bochum - das muss anders werden, meint der Arbeitskreis Verkehr der Bochum-Agenda 21.
Bereits 2006 hatte der Agenda 21-Beirat beschlossen, dass Bochum einen Antrag auf Mitgliedschaft in der AGFS stellen soll. Nachdem dies nicht aufgegriffen wurde, stellte der Arbeitskreis nun vor einigen Monaten eine Bürgeranregung - doch geschehen war dann lange nichts. "Wir erwarten, dass nach der Kommunalwahl hier endlich etwas geschieht", so Arbeitskreis-Sprecher Niels Funke. Schließlich habe sich auch Bochum verpflichtet, im Sinne des Klimaschutzes den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 zu verringern. Ein Problembereich dabei: der Verkehr, insbesondere der Autoverkehr.
Der Arbeitskreis sieht viele der Aufnahmekriterien der AGFS erfüllt und damit beste Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung bei gleichzeitig geringem Aufwand. Die Bewerbung soll den Stellenwert des Radfahrens in Bochum und die bisherigen Bemühungen der Stadt zur Förderung desselben unterstreichen sowie eine Verpflichtung für die Zukunft darstellen. Eine Mitgliedschaft ist mit vielen positiven Effekten verbunden.
Mitgliedskommunen der AGFS verpflichten sich, den nicht-motorisierten Verkehr (inzwischen als "Nahmobilität" bezeichnet) zu fördern. Einer der Elemente der Arbeit der AGFS ist der gemeinsame Austausch u.a. zu bisher unbekannten oder nicht genutzten Fördertöpfen. Nach Meinung des Arbeitskreises besteht bei Fahrrad- und Fußverkehr noch ein großes Potenzial zur Verlagerung: "Viele Autofahrten führen nur über kurze Strecken, und die Radfahrmöglichkeiten sind auch nach einzelnen Verbesserungen immer noch lückenhaft", so Niels Funke. Entsprechende Maßnahmen könnten also noch viele Menschen zum Umsteigen bewegen.
Nach der Kommunalwahl stand die Bürgeranregung dann endlich auf der Tagesordnung des zuständigen Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr. Der Ausschuss stimmte der Anregung zu und beauftragt die Verwaltung, alle Bewerbungsunterlagen zusammen zu stellen.
Auf parallele Anträge von SPD/Grüne und CDU wird die die Verwaltung gebeten festzustellen, was eine Bewerbung für Folgekosten verursacht. Erst mit Blick auf die Kostenprognose will man endgültig entscheiden, ob eine Bewerbung erfolgen soll.
