Stadt will erneut Wohnungen verkaufen
10.02.06 | Rubrik: Lokales
Die Stadt will erneut versuchen, einen großen Teil ihrer noch verbliebenen Wohnungen zu verkaufen. Wie schon 2005 stehen 5,5 Mio. € beabsichtigter Einnahmen im Etatentwurf für 2006.
Der beabsichtigte Erlös für den Verkauf von rund 800 Wohnungen konnte wegen ungünstiger Preise bisher nicht erzielt werden. Zuletzt hatte die Stadt 1996 rund die Hälfte ihrer damals noch 2500 Wohnungen für 65.000.000 DM an die VBW verkauft.
Die Grünen im Rat haben in einer Pressemitteilung klargestellt, dass auch diesmal für die nur ein Verkauf an die VBW in Frage kommt. Die "Vereinigten Bochumer Wohnstädten" gehören fast zur Hälfte der Stadt, im Aufsichtsrat haben die städtischen Vertreter das sagen.
Die Wohnungen, um die es diesmal geht, sind in großen Teilen sanierungsbedürftig. Dafür fehlt der Stadt das Geld. Mit dem Verkauf, so die Grünen, "böte sich die Chance, diese Wohnungen mittelfristig durch Modernisierung den heutigen Mieterbedürfnissen anzupassen und danach dauerhaft instandzuhalten".
Der Mieterverein hätte gegen einen Verkauf an die VBW keine grundsätzlichen Einwändungen. "Wir sind grundsätzlich gegen die Privatisierung öffentlicher Wohnungsbestände - erst Recht kommunaler", betont Mietervereins-Geschäftsführer Michael Wenzel. "Das gilt sowohl für eigene städtische Wohnungen als auch für die Anteile an kommunalen Wohnungsunternehmen. Ob eine Stadt Wohnungen aber selbst besitzt oder das kommunale Wohnungsunternehmen, ist letztlich nicht von Bedeutung. Entscheident ist hier, was den Mietern nützt."
