Energiepass kommt 2008
01.02.07 | Rubrik: Wohnungspolitik
Die Bundesregierung hat sich im Streit um den Energiepass für Wohngebäude auf einen Kompromiss geeinigt. Danach kann der Ausweis, der den Energiebedarf von Wohngebäuden angibt, zum 1. Januar 2008 eingeführt werden. Bei allen Verkäufen und Neuvermietungen muss er den Interessenten dann vorgelegt werden.
Lange tobte der Streit zwischen dem sogenannten "Bedarfsausweis" und dem - billigeren - "verbrauchsorientierten Ausweis". Der Bedarfsausweis gibt den Energiebedarf anhand der technischen Ausstattung des Gebäudes an - vor allem anhand der Wärmedämmung und der Effizienz der Heizanlage. Der verbrausorientierte Ausweis gibt lediglich Auskunft über den Energieverbrauch der derzeitigen Bewohner, der natürlich stark vom persönlichen Heizverhalten abhängig ist..
Ab 2008 ist der Bedarfsausweis in allen Wohngebäuden, die vor 1978 gebaut wurden und nicht mehr als vier Wohnungen haben. Bei größeren Gebäuden reicht der verbrauchsorientierte Ausweis. Hier sorgt nach Ansicht der Bundesregierung die höhere Zahl der Bewohner für eine vertretbaren Mittelwert. Wer allerdings staatliche Fördermittel - etwa bei einer Modernisierung - in Anspruch nehmen will, muss auf jeden Fall einen Bedarfsausweis vorlegen.
Der Deutsche Mieterbund ist mit dem Ergebnis nur halb zufrieden. Denn er bevorzugt grundsätzlich den Bedarfsausweis auch in größeren Gebäuden und will Wohnungssuchende durch gezielte Informationen dazu bewegen, in jedem Fall die Vorlage eines Bedarfsausweises zu verlangen. Letztlich wird der Markt regeln, welcher Ausweis eine bessere Vermietbarkeit der Wohnung bewirken wird. Der DMB begrüßt aber, dass es zu einer Einigung gekommen ist und der Energiepass nun endlich eingeführt wird.
