Fortress geht an die Börse
28.07.06 | Rubrik: Wohnungspolitik
Der US-Finanzinvestor Fortress will seine 160.000 Wohnungen starke deutsche Immobilien-Holding bereits im Oktober an die Börse bringen. Zu dieser Holding gehören auch die 80.000 ehemaligen Gagfah-Wohnungen der Bundesversicherungsanstalt.
Forteress will etwa 40 % der Anteile an der Holding verkaufen und verspricht sich davon einen Erlös von 1,3 bis 1,5 Mrd. €, berichtete die "Financial Times Deutschland". Fortress bestätigte, dass vier Investment-Banken mit der Vorbereitung des Börsengangs beauftragt seien, schwieg sich über den Termin aber aus.
Außer den Gagfah-Wohnungen gehören vor allem 30.000 ehemalige Nileg-Wohnungen in Hannover und die 48.000 ehemals städtischen Wohnungen der WoBa in Dresden. Der Verkauf dieser Wohnungen hatte im Frühsommer heftige Proteste westdeutscher Kommunen ausgelöst, weil die Stadt Dresden mit dem Verkauf der duch westdeutsche Finanzhilfen sanierten WoBa ihren Haushalt aus dem Schuldental führen konnte.
Fortress ist nur eine von Münteferings "Heuschrecken", die seit einigen Jahren im großen Stil Wohnungsunternehmen kaufen. Kritiker befürchten dadurch ein stark steigendes Mietniveau und weitere Massenprivatisierungen. Die Investmentfonds wittern in Deutschland das große Geschäft, weil anders als in anderen Teilen Europas das Mietniveau bisher erträglich geblieben und die Eigentumsquote vergleichsweise niedrig ist.
