LEG-Verkauf: Gagfah, Evonik und Kommunale sind raus

28.01.08 | Rubrik: Wohnungspolitik, Lokales

Nur eine Handvoll der ursprünglich gut 30 Unternehmen, die am Kauf der LEG NRW interessiert waren, sind am Freitag, als die zweite Bieterrunde zu Ende ging, übrig geblieben. Gagfah, Evonik und auch das Konsortium aus kommunalen Wohnungsunternehmen, an dem die Bochumer VBW beteiligt war, haben das Handtuch geworfen.

 

Das Scheitern der kommunalen Unternehmen war absehbar, da es dem Konsortium nicht gelungen ist, den gesamten LEG-Bestand unter sich aufzuteilen. Zum Schluss waren immer noch rund 45 Tsd. Wohnungen übrig, für die es keine Interessenten gegeben hätte. „Die kommunalen Bieter hatten kein Konzept im eigentlichen Sinne, sondern hatten den Wunsch die jeweiligen LEG-Bestände vor Ort zu übernehmen!“, so Wenzel.

 

Wenn dies geglückt wäre, hätte es sehr wahrscheinlich eine Zerschlagung der LEG als eigenständiges Unternehmen mit allen negativen Folgen für die Arbeitsplätze und die landesweiten Stadtentwicklungsprojekte der LEG bedeutet. „Wir haben uns natürlich gefragt, ob wir das wirklich gut finden!“, so Wenzel. Immerhin habe man fast zwei Jahre lang im engen Schulterschluss mit den Gewerkschaften versucht, einen Verkauf auch deshalb zu verhindern, um die Arbeitsplätze bei der LEG zu sichern. Dies habe nichts damit zu tun, dass man die Arbeit der kommunalen Wohnungsunternehmen insgesamt positiv betrachte.

 

Da zeitgleich mit den kommunalen Unternehmen auch die GAGFAH, die lange Zeit als Favorit für einen Kauf galt, aus dem Bieterverfahren ausgestiegen sei, müsse man nun erst recht jede Chance nutzen, den Verkauf ganz zu verhindern.

 

Auch SPD und Grüne im Düsseldorfer Landtag forderten die Landesregierung auf, den Verkauf abzublasen, um nicht Landesvermögen zu verschleudern. Wegen der aus Amerika herüberschwappenden Immobilienkrise sei derzeit kein vernünftiger Preis für die 93.000 Wohnungen zu erzielen. Nach Informationen der Rheinischen Post sollen außerdem die Schulden der LEG allein auf den Wohnungsbestand bezogen rund 1,9 Milliarden Euro betragen. Nach übereinstimmender Auffassung von Experten ist eine solche Summe derzeit auf dem ohnehin angeschlagenen Immobilienkapitalmarkt nicht zu refinanzieren.

 

Wahrscheinlich deshalb haben sie auch die Essener Evonik (früher RAG) und die anfangs sehr interessierte Gagfah zurückgezogen. Im Rennen sind aber auf jeden Fall noch die Deutsche Annington (Bochum) und die israelische "Brack-Capital-Real-Estate" -Gruppe, die auch in der Vergangenheit schon einzelne LEG-Bestände gekauft hatte.

 

Die Landesregierung hat angekündigt, auf den Verkauf zu verzichten, wenn dabei nicht wenigstens 200 Mio. € Gewinn erzielt würden.


Artikel bookmarken

addthis.comask.combackflipblinkbitsblinklistblogmarksbluedot.usco.mmentsconnoteadel.icio.usde.lirio.usdigg.comFark.comFeed me links!FolkdFurlgoogle.comhype it!LinkaGoGoLinkaARENAlive.comMa.gnoliaMister WongMyLink.denetscapenetvouznewsvine.comoneviewRawSugarRedditscuttleshadowsSimpySmarkingSpurlstumbleupon.comTailRankTagThatTechnoratiWebnewsWinkWistsYahooMyWebYiggItTwitterfacebook

Artikel weiterempfehlen