Modernisierungsoffensive für Gebäudesanierung abgesagt
28.09.10 | Rubrik: Wohnungspolitik
Die Bundesregierung hat ihr Energiekonzept verabschiedet. Von der angekündigten Modernisierungsoffensive für Wohngebäude ist dabei keine Rede mehr.
„Die vor zwei Wochen vollmundig angekündigte ‚Modernisierungsoffensive‘ für Wohngebäude hat die Bundesregierung heute wieder abgesagt. Außer unverbindlichen Zielvorgaben ändert sich bei der energetischen Gebäudesanierung nichts, alles bleibt beim Alten. Den schönen Worten der Bundesregierung folgen keine Taten“, kritisierte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, das heute im Bundeskabinett verabschiedete Energiekonzept.
Der Mieterbund-Präsident wies darauf hin, dass auf den Gebäudebereich rund 40 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen entfallen. Deshalb seien auch die Zielvorgaben für die energetische Gebäudesanierung und das energieeffiziente Bauen im Energiekonzept der Bundesregierung richtig und wichtig.
„Die Verdoppelung der energetischen Sanierungsraten von jährlich einem Prozent auf zwei Prozent und die drastische Reduzierung des Wärmeverbrauchs stufenweise bis 2050 sind alternativlos. Hier unterstützen wir die Bundesregierung“, sagte Rips. „Aber die Bundesregierung hat kein Konzept und keinen Plan, wie sie diese Ziele erreichen könnte. Im jetzt verabschiedeten Energiekonzept gibt es keine ordnungspolitischen Vorgaben, keine Sanktionen, keine höhere öffentliche Förderung als bisher. Stattdessen setzt die Bundesregierung, wie bisher, auf ‚Freiwilligkeit‘. So bleibt das ‚Konzept‘ ein ‚zahnloser Tiger‘.“
