NRW: Kürzungen im Sozialen Wohnungsbau
31.01.11 | Rubrik: Wohnungspolitik, Neueste Meldungen
Die rot-grüne Landesregierung hat die Mittel für den sozialen Wohnungsbau von bislang rund einer Milliarde Euro auf 800 Millionen Euro für 2011 gekürzt.
„Wir begrüßen, dass die Landesregierung bei der Verteilung der Fördermittel den Schwerpunkt im sozialen Mietwohnungsbau sowie beim Bau von Wohnungen für ältere Menschen mit Behinderungen setzt und mit 400 Millionen Euro die Hälfte der Fördergelder diesen Bereichen zuordnet. Trotzdem reicht die Höhe der Fördermittel nicht aus, um den hohen und weiterhin steigenden Bedarf nach Sozialmietwohnungen zu decken“, so Bernhard von Grünberg, Vorsitzender des Mieterbundes NRW.
Der Bestand preisgebundener Wohnungen ist in Nordrhein-Westfalen seit vielen Jahren rückläufig. Laut Angaben der Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen (Wfa) gab es Ende 2008 in NRW 660.303 Sozialmietwohnungen, Ende 2005 waren es noch 830.427 Einheiten. 2008 suchten 117.000 Haushalte eine Sozialmietwohnung, nur gut der Hälfte (52 %) der nachfragenden Haushalte konnte eine neue Wohnung zugewiesen werden.
Die Zahlen für 2009 und 2010 dürften noch schlechter aussehen, da der Bestand wegen der auslaufenden Belegungsfristen kontinuierlich weiter sinkt. „Wenn für einkommensschwache Gruppen nur noch unattraktive Randlagen als Wohngebiet bleiben, steuern wir in eine hausgemachte Zweiklassengesellschaft, deren Auswirkungen in anderen Ländern längst zu beobachten sind“, erklärt von Grünberg.
„Hinzu kommt die stark wachsende Gruppe älterer Menschen, deren Rente kaum noch ausreicht, um damit eine altersgerechte Wohnung anzumieten und sich möglichst lange selbstständig zu versorgen. Hier herrscht doppelter Mangel: altengerechter und bezahlbarer Wohnraum“, erklärt von Grünberg. Bei entsprechenden Angeboten wäre der Weg ins Seniorenheim oft überflüssig oder wesentlich später vonnöten.
Dies sind nur einzelne Aspekte des demografischen Wandels unserer Gesellschaft, der in seiner gesamtgesellschaftlichen Auswirkung immer noch unterschätzt wird. Landes- und Bundesregierung sollten deshalb trotz Einsparkurs die Höhe der Fördermittel ab 2012 wieder anheben und weitere Instrumente entwickeln, um den Bau altersgerechter und bezahlbarer Wohnungen zu fördern“, so von Grünberg abschließend.
