Annington startet Offensive
23.10.07 | Rubrik: Vermieter
Die Deutsche Annington, mit 220.000 Wohnungen die größte Wohnungsgesellschaft in Deutschland, will in absehbarer Zeit nicht an die Börse, aber weiter kräftig wachsen. In drei bis fünf Jahren will die DA 500.000 Wohnungen bewirtschaften. Für Zukäufe stünden jährlich 1,5 Mrd. € bereit.
Das sagte der seit Mai amtierende DA-Chef Wijnand Donkers bei seinem ersten öffentlichen Auftritt heute in Düsseldorf. Die Deutsche Annington sei an allen kaufbaren Wohnungen interessiert und habe sich allein in diesem Jahr 400.000 Wohnungen angeschaut. Gekauft wurden im laufenden Jahr eher bescheidene 8.100 Wohnungen, darunter 3.400 des niederländischen Finanzinvestors Nawon in NRW.
Besonders interessiert ist die DA allerdings an einem wesentlich dickeren Fisch: Den 68 % Anteilen des Landes NRW an der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) mit ihren 100.000 Wohnungen. Der Verkauf soll 2008 über die Bühne gehen.
Um sich der Rüttgers-Regierung als idealer Käufer anzudienen, führte Donkers gleich mehrere Argumente an:
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Anders als früher angekündigt plane die DA derzeit keinen Börsengang. Durch die unsoliden Spekulationen mit US Hypothekenkrediten habe sich das Klima an den Finanzmärkten in den letzten 80 Tagen erheblich verändert, so dass es für internationale Investoren schwieriger geworden sei, sich in den deutschen Markt einzukaufen. Die geplanten Zukäufe will die DA stattdessen aus Kreditlinien und Mitteln ihrer Muttergesellschaft finanzieren.
Die Deutsche Annington sein ein "sozial verantwortlicher Vermieter" mit mehr als 100 Jahren Erfahrung. Die Mieten würden nur moderat erhöht und stiegen etwa so wie die allgemeine Inflationsrate.
Auch sei das Privatisierungsgeschäft stark zurück gefahren worden. 2006 habe die DA nur noch 4.763 Wohnungen verkauft, in diesem Jahr sogar nur 3.600. Donkers: "Nur Rendite erwirtschaften geht nicht, sonst hat man in der deutschen Immobilienwirtschaft nichts zu suchen."
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Anders als der Name suggeriert ist die Deutsche Annington kein deutsches Unternehmen. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der britischen Fondsgesellschaft Terra Firma, also eines jener Unternehmen, die man seit Franz Münteferings Stoßseufzer "Heuschrecken" nennt. Sie entstand erst 2001 durch den Kauf von 65.000 Eisenbahnerwohnungen durch Terra Firma. 2005 kaufte die DA die E.on-Tochter Viterra (früher VEBA Wohnen) mit ihren 138.000 Wohnungen und verlegte ihren Firmensitz an den Viterra-Standort Bochum. Damit stieg sie zum größten Deutschen Wohnungsunternehmen auf.
