Erneuter Chefwechsel bei der Deutschen Annington

28.04.07 | Rubrik: Vermieter

Das größte deutsche Wohnungsunternehemen, die Deutsche Annington in Bochum, hat schon wieder einen neuen Chef. Georg Kulenkampff, der erst im Dezember Volker Riebel abgelöst hatte, verließ das Unternehmen "aus persönlichen Gründen" und kehrt auch der Muttergesellschaft Terra Firma (eine britische Fondsgesellschaft) den Rücken.

Als Hintergrund werden Differenzen über den künftigen Kurs des Unternehmens, dass 230.000 Wohnungen bewirtschaftet, vermutet. Dieser Kurs wird immer unklarer. Nachdem die DAIG nach dem Kauf der "Viterra" zunächst vor allem das Geschäft der Mieterprivatisierung forcierte, erfolgte 2006 eine Abkehr von den Verkäufen. Statt eines lange Zeit favorisierten Börsengangs gab es zuletzt Spekulationen über eine Verschmelzung mit der Essener Gagfah, eine Tochter der US-Fondsgesellschaft Fortress, die 170.000 Wohnungen hat. Sowohl Gagfah als auch die DAIG gelten außerdem als Interessenten für einen Kauf der 100.000 LEG-Wohnungen in Nordrhein Westfalen.

 

Neuer Chef der DAIG wird Wijnand Donkers, der von BP kommt und über keinerlei Erfahrungen im Immobiliengeschäft verfügt. Terra Firma-Chef Guy Hands betonte aber die Kompetenz des Niederländers bei der Führung von "Multi-Milliarden-Geschäften" und beim Aufbau "ergebnisorientierter Managementteams". Donkers soll die DAIG "in die nächste Phase ihrer Entwicklung als führendes deutsches Wohnimmobilienunternehmen steuern".

 

Die Personalentscheidung erfolgte nur kurz nach der Veröffentlichung vorläufiger Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2006. Demnach war die DAIG u.a. aufgrund "über Plan" liegender Einsparungen bei der Integration der Viterra (u.a. wurde massiv Personal abgebaut) , bei der Verringerung der Leerstandsquote und der Steigerung der Mieteinnahmen (Mieterhöhungen, u.a. nach Auslaufen von Sozialbindungen) und Umfinanzierungen ("die bislang größte Verbriefung von Wohnimmobilien in Europa") und Umstellungen in der Bilanzierung erfolgreich. Die Mieterprivatisierung musste dagegen herunter gefahren werden.

 

Ob das Ergebnis den Anlagern reichte, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls betonte Annington, dass das Unternehmen an der Strategie interner Rationalisierungen und Optimierungen sowie einer Verstärkung der Kundenorientierung festhalten will. Das sind die Rahmenbedingungen für Wachstumsorientierung, die gemäß Presseberichten im Winter 2007 in einen Börsengang münden soll - wenn nicht vorher an einen Konkurrenten verkauft wird. Nach einem Bericht der Financial Times sind die Börsenpläne vom Tisch, auch die Ideen zu einem Verkauf an Fortress/Gagfah.

 

 


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