Es geht auch anders

01.12.02 | Rubrik: Vermieter

Die Hattinger HWG ist nicht die einzige Wohnungsgesellschaft, die derzeit den Abriss eines ganzen Viertels plant, um dort Platz für Neubau zu schaffen. Die halbstädtische Bochumer VBW hat sich die Siedlung "Deutsches Reich" in Werne vorgeknöpft - eben jene Siedlung, die sie selbst nach politischer Intervention 1985 vor der Privatisierung durch die Harpener AG gerettet hatte.

Zwar gibt es auch im "Deutschen Reich" allerhand Gerüchte und Verunsicherung bei den Mietern. Aber im Vergleich zum Westenfeld bleibt es erstaunlich ruhig. Denn die VBW macht einiges anders als die Hattinger Kollegen.

 

"Wir haben bereits zwei Mieterversammlungen durchgeführt, auf denen wir den Betroffenen unsere Pläne detailliert erläutert haben", erklärt VBW-Prokurist Jürgen Niederkinkhaus. Und diese Pläne sehen so aus: Alle Mieter können im Viertel wohnen bleiben. Zuerst wird ein Haus abgerissen, dass bereits leer steht. An seine Stelle wird ein neues gesetzt, dass dann von den Mietern des Nachbarhauses bezogen werden kann. Und so soll es Haus für Haus weiter gehen. Die Neubauten werden Sozialwohngen, so dass die Mieten erschwinglich bleiben. Umzugsbeihilfen soll es natürlich auch geben und ebenso "individuelle Lösungen", nämlich für Mieter, die hohe Beträge in ihre Wohnungen investiert haben. Es geht also auch anders.


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