Investitionsstopp bei der LEG
07.09.08 | Rubrik: Vermieter
Riesenwirbel um die LEG: Der neue Eigentümer, der US Immobilienfont Whitehall, hat alle Instandhaltungsmaßnahmen eingefroren. Außerdem gibt es Streit um die Sozialcharta.
"Das im Rahmen der Wirtschaftsplanung für 2008 bereits genehmigte Budget für die "Laufende Instandhaltung" wird mit sofortiger Wirkung um einen Euro pro m² Wohnfläche und Jahr gekürzt. ... Bitte stellen Sie sicher, dass für alle von Ihnen erstellten Freigaben, die aber noch nicht beauftragt wurden, mit sofortiger Wirkung auch keine Beauftragung mehr erfolgt. ... Bitte haben Sie auch Verständnis dafür, dass bis auf weiteres keine weiteren Freigaben erteilt werden sollen", heißt es in dem kurzen Schreiben der LEG-Geschäftsführung an die Tochtergesellschaften.
Zu Begründung wird angegeben: "Die neuen Eigentümer-Vertreter möchten sich schon jetzt über alle laufenden Projekte, geplanten Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Liquidität einen vollständigen und detaillierten Überblick verschaffen und natürlich auch die Gelegenheit haben, über die Höhe des noch zu verausgabenden Budgets mit zu entscheiden."
"Damit zeigt die Heuschrecke schneller als erwartet ihr wahres Gesicht", kommentiert Helmut Lierhaus vom Aktionsbündnis "Zukunft der LEG". "Offenbar will Whitehall an die Rücklagen heran, um sich schnell Liquidität zu verschaffen." Das Investitionsprogramm der LEG sah jährliche Ausgaben von 25,54 € pro qm Wohnfläche und Jahr vor. Die Landesregierung hat Whitehall nur auf mindestens 12,50 € verpflichtet.
Geheimsache Sozialcharta
Streit gibt es auch um die angeblich so vorbildliche Sozialcharta, die die Landesregierung mit Whitehall vereinbart haben will. Die ist nämlich immer noch nicht öffentlich. "Was nützen den Mietern irgendwelche Schutzklauseln", schimpft Helmut Lierhaus, "wenn sie sich nicht darauf berufen können, weil sie sie gar nicht kennen?"
