Viterra: Baupartner hat Probleme mit der Qualität

01.01.02 | Rubrik: Vermieter

Nicht nur für Mieter, sondern auch für Häuslebauer ist der Name Viterra ein Begriff - in diesem Fall Viterra Baupartner, der ebenso wie seine "Schwester" Viterra Wohnen an der Philippstraße in Bochum zu Hause ist. Gerade für Menschen, die das Mieter-Dasein leid sind, hat er ein preiswertes Angebot: Die "Wohnwerthäuser". Doch ebenso wie seine Schwester macht der Baupartner etlichen Kunden arges Kopfzerbrechen. Und mancher frischgebackene Hauseigentümer macht die Erfahrung, dass das Angebot (ab 310.00 DM) vielleicht doch nicht preiswert, sondern nur billig ist.

Besonders gebeutelt sind die Siedler des "Wohnpark Linden", die Schlagzeilen machten, weil in ihren Vorgärten eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand steht. Nur knapp sechs Meter vom Küchenfenster entfernt sorgt sie für heimelige Kasernenhofatmosphäre im Vorgarten. Zu den Käufern gehören Sandra Klemp und Matthias Sekzinski.

 

"Als wir den Kaufvertrag unterschrieben haben, sollte die Lärmschutzwand drei Meter hoch sein. Dann ist sie immer mehr gewachsen," erinnert sich der Käufer. Die ganze Wand ist eigentlich ein Treppenwitz. Denn auf der anderen Seite der Straße, die von ihr abgeschirmt wird, stehen ebenfalls Wohnhäuser. Doch die befinden sich in einem Mischgebiet, dürfen den Lärm des dahinter liegenden Gewerbes ausgesetzt werden. Der "Wohnpark" ist dagegen ein reines Wohngebiet. So sind die unerforschlichen Wege der Stadtplanung.

 

Keine Skandinavischen Holzhäuser - Sie sehen die Lärmschutzwand, dahinter gerade noch den Dachfirst

 

Doch die Lärmschutzwand ist es keineswegs allein, was die Siedler in Harnisch bringt. An zahlreichen anderen Stellen bleibt die Bauausführung nach ansicht der Siedler weit hinter den vertraglichen Zusagen zurück:

 

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Die "Doppelflügeltür mit Teilverglasung", die den Einlass in den Vorgarten gewähren sollte, schrumpfte zur Normaltür mit Guckfenster.

Die Klingel daneben (eine Funkklingel, da die Kabel zum Haus vergessen wurden) funktionierte vom ersten Tag an nicht - Besucher müssen schon den Mut haben, einfach hindurch zu spazieren durch etwas, das aussieht, als wäre es bereits die Haustür.

Über einen gepflasterten Weg, der wegen der engeren Tür auch viel schmaler ist als in den Vertragsunterlagen, gelangt man um den in die Lärmschutzwand eingelassenen Carport herum zur Haustür. Das Gäste-WC-Fenster daneben sitzt sichtbar schief. Die Haustür ist falsch herum angeschlagen, so dass sie beim Öffnen mit der Tür des Gäste-WCs kollidiert.

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Das ist eine Doppelflügeltür - egal, was Ihre Augen sagen

 

Auch im Inneren ist nicht alles so, wie Käufer eines Neubaus sich das wünschen:

 

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Im Wohnzimmer gibt es einen Trockenriss, der notdürftig mit einer Silikon-Naht geflickt wurde und mit nicht passender Farbe überpinselt wurde.

Im Schlafzimmer haben die beiden Deckenplatten unterschiedliche Höhen.

Im Bad kann man die Duschtür nicht öffnen, wenn der Temperaturregler auf "warm" steht.

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Trockenriss - seit wann arbeitet Beton?

 

Besonders ärgert sich das Käuferpaar aber über den Garten. Der ist ohnehin nicht sehr groß und mutierte inzwischen zur "Souterrain-Terrasse": Der Dungweg an seinem Ende liegt nicht ebenerdig wie im Plan, sondern rund 1,20 Meter höher, eine Treppe führt hinunter.

 

Terasse mit echtem Souterrain-Gefühl

 

Nachbar Michael Prange hat noch mehr Grund, sich zu ärgern. Er wollte ein paar harmlose Änderungen am Grundriss - technisch kein Problem, denn es gibt keinerlei tragende Innenwände. Doch der Bau"partner" war zu keinerlei Änderungen bereit. So griff der Siedler nach Einzug selbst zu Hammer und Kelle und lebt noch immer auf einer Baustelle.

 

Trockenrisse hat auch er, und gleich mehrere. Dass Holz arbeitet, ist ihm klar. Das Mauerwerk aber ist aus Beton und Gips. Seine Erfahrung mit Viterra: "Bis der Kaufvertrag unterschrieben ist, sind die super freundlich, und danach interessiert die gar nichts mehr."

 

Prange und Klemp/Sekzinski sind nur zwei von etlichen Käufern, die sich inzwischen einen Anwalt genommen haben. Dass sie den Kaufpreis minderten, wollte der Baupartner nicht hinnehmen und klagte - Ausgang offen.


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