Neuer Wohnungsmarktbericht erschienen

Die Stadt Bochum hat einen neuen Wohnungsmarktbericht vorgelegt hat. Auf 144 Seiten enthält der Bericht eine Fülle von Daten, Zahlen und Fakten über Baulandpreise, Neubautätigkeit, Mietentwicklung und Wohnungsnachfrage. Wer auch immer in Bochum vernünftige Wohnungspolitische Forderungen aufstellen will, findet hier die nötigen Fakten, um sie zu untermauern.

Der Wohnungsmarkt in Bochum gilt seit einigen Jahren als angespannt. Das verschärft sich durch ein positives Wanderungssaldo, das 2021 sogar noch deutlich positiver ausfiel als bisher. Obwohl Bochum an alle Nachbarstädte außer Essen unterm Strich Einwohner verlor, sind insgesamt 1.305 mehr Menschen nach Bochum hin als von hier weggezogen. Auf die Steigende Nachfrage reagiert der Wohnungsmarkt mit entsprechenden Preissteigerungen. Die Angebotsmieten liegen mittlerweile bei durchschnittlich 7,50 € pro qm im Bestand und bei 11 € im Neubau.

Das Mietniveau liegt in Bochum dennoch deutlich unter dem von “Schwarmstädten” wie Bonn, Köln oder Münster. Aber Bochum ist eine arme Stadt. Mit 21.152 € liegt das Durchschnittseinkommen deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 23.201 €. 27.500 Haushalte beziehen Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII. Die Folge ist eine besonders hohe Nachfrage nach preiswertem Wohnraum. Hier ist die Unterversorgung allerdings ähnlich hoch wie in der Rheinschiene. Das liegt auch am ungebremsten Rückgang an Sozialwohnungen. Ende 2021 waren es nur noch 12.349, weitere 123 weniger als im Vorjahr – obwohl ja laut dem “Handlungskonzept Wohnen” von 2017 jährlich 200 davon neu gebaut werden sollen, was aber nicht klappt.

Der Mieterverein fordert deshalb seit Jahren eine Abkehr von der reinen Fixierung auf den Neubau, wie sie im Handlungskonzept festgeschrieben ist, und eine Hinwendung zu einer Bestandspolitik, die vor allem auf die Reaktivierung von Leerständen und Schrottimmobilien setzt.

Der Wohnungsmarktbericht ist hier als PDF verfügbar.