Betriebskosten sind steuerlich absetzbar

10.08.2007 | Kategorie: Verbrauchertipps

Als Mieter rund 100 Euro im Jahr zusätzlich sparen? Das geht. Möglich macht‘s der seit 2003 gültige § 35 a im Einkommensteuergesetz. Gemäß dieser Bestimmung ist es zulässig, Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und haushaltsnahe Handwerkerkosten von der Steuerschuld abzuziehen. Seit 2006 gilt dieses nun auch für bestimmte Betriebskosten.

Erstmalig für das Steuerjahr 2006 können Kosten eines Mietverhältnisses steuerlich geltend gemacht werden. Diese Regelung ist jedoch bei Mietern kaum bekannt. So besteht für sie die Gefahr, im Rahmen ihrer Steuerklärungen jede Menge Geld zu verschenken.

 

Zum Hintergrund: Aufgrund eines neuen – vor kurzem bekannt gewordenen – Anwendungserlasses des Bundesministeriums für Finanzen vom 03.11.2006 gilt dieses nun auch - rückwirkend für das Steuerjahr 2006 - für bestimmte Heiz- und Betriebskosten. Für einen durchschnittlichen Mieterhaushalt kann dieses eine Steuerentlastung von rund 100 Euro im Jahr bedeuten. Bei Handwerkerkosten für Renovierungen und Umzug wesentlich mehr.

 

2002 wurde der neue § 35 a ESTG in das Einkommensteuergesetz eingefügt. Dieser sieht vor, dass haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden können.

 

Wesentliche Voraussetzungen dieser Regelung sind, dass derartige Dienst- und Handwerkerleistungen gegen ordnungsgemäße Rechnungslegung und bargeldlose Bezahlung erbracht werden. Wichtig hierbei: Die Abzugsfähigkeit reduziert sich nicht das zu versteuernde Einkommen, sondern der abzugsfähige Betrag mindert die Steuer. Entweder wird eine Steuernachzahlung um den abzugsfähigen Betrag reduziert oder der abzugsfähige Betrag wird als Guthaben erstattet. Dieses gilt bereits seit 2003 für Handwerkerkosten in Form von Umzugskosten und Kosten für Schönheitsreparaturen.

 

Durch den Anwendungserlass des Bundesministerium für Finanzen vom 03.11.2006 wird diese Regelung nunmehr auch auf Handwerkerkosten erweitert, welche Gegenstand einer Heiz- und Betriebskostenabrechnung sind.

 

 

Welche Kosten sind betroffen?

 

Steuerlich geltend gemacht werden können Handwerkerkosten für

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Haushaltsnahe Dienstleistungen: Schönheitsreparaturen, Umzug, Kleinreparaturen (seit 2003)

Haushaltsnahe Handwerkerkosten für Renovierung, Erhaltung und Modernisierung einer Wohnung: z.B. für Tapezier- Maler-, Fliesenleger-, Elektriker- und Maurerarbeiten.

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Und jetzt auch:

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Betriebskosten in der Betriebskostenabrechnung: für Gartenpflege, Treppenhausreinigung, Ungezieferbekämpfung, Hausmeister und die Heizungs- und Aufzugswartung.

Mietvertraglich vereinbarte Wartungskosten neben der Betriebskostenabrechnung sowie Rechnungen für Schornsteinfeger und Immissionsschutzmessungen

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Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Kosten, maximal 600 Euro pro Haushalt und Jahr. Nachgewiesen werden muss die Handwerkertätigkeit durch:

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eine ordnungsgemäße Rechnung

und den Nachweis, dass der Rechnungsbetrag bargeldlos (per Überweisung) bezahlt wurde.

Abrechnungsfähig sind nur Lohnkosten und Anfahrtskosten, keine Materialkosten. Soweit Pauschalpreise vereinbart wurden, müssen ggf. geschätzte Materialkosten herausgerechnet werden.

Soweit es sich um Kosten handelt, welche der Vermieter im Rahmen einer Betriebskostenvereinbarung oder als Heizkosten abrechnet, muss die Abrechnung, die (vom Vermieter erhältliche) Handwerkerrechnung in Kopie, sowie der Kontoauszug über die bargeldlose Zahlung der Betriebskosten vorgelegt werden.

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Kleinreparaturen

 

Grundsätzlich gilt, dass für Reparaturen der Mietsache der Vermieter zuständig ist. Sofern derartige Kosten aber berechtigterweise abgerechnet wurden, können Sie diese ebenfalls schriftlich geltend machen. Lassen Sie sich hierzu die Belege für derartige Kosten seitens Ihres Vermieters in Kopie vorlegen.

 

In vielen Mietverträgen ist jedoch vereinbart, dass vom Vermieter zu veranlassende Reparaturen als Kleinreparaturen in Rechnung gestellt werden dürfen. Dieses ist dann zulässig, wenn es sich um Reparaturen an ständig in Gebrauch befindlichen Teilen der Wohnung handelt (z. B. Rollladengurt), die Reparaturkosten im Einzelfall einen bestimmten Betrag (z.B. 50 Euro) nicht übersteigen und auch eine Höchstgrenze im Jahr (z. B. 150 Euro) vertraglich vereinbart wurde. Werden die Kosten für solche Kleinreparaturen dem Mieter in Rechnung gestellt, können davon auch in diesem Fall 20 Prozent steuerlich abgesetzt werden.


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