Trotz Corona: VBW soll weiter Gewinn machen

Der Wirtschaftsplan der VBW für das Jahr 2020 steht auf der Tagesordnung für die morgige Sitzung des Hauptausschusses und des Rates am 30. 4. Darin ist erneut ein Überschuss von fast 7 Mio. Euro vorgesehen. Vom Mieterverein kommt deutliche Kritik.

„Nachdem der Rat der Stadt Bochum im Dezember den Doppelhaushalt für 2020 und 2021 beschlossen und dabei wiederum kräftige Einnahmen aus seinen Anteilen an der VBW eingeplant hat, war das zu erwarten“, sagt Vereinssprecher Aichard Hoffmann. „Aber nach dem, was in der Zwischenzeit an Gesprächen geführt worden ist, und vor allem in der aktuellen Situation kann die Politik dem eigentlich nicht mehr zustimmen. Viele Mieter haben wegen der Corona-Krise Schwierigkeiten, ihre Miete zu bezahlen, und etliche Wohnungsunternehmen – auch die VBW – haben versichtert, vorerst auf Mieterhöhungen zu verzichten. Ohne weitere Mieterhöhungen sind sollche Gewinnziele aber nicht zu erreichen.“

Die VBW hatte in den letzten Jahren wiederholt ca. 7 Mio. Euro Gewinn gemacht und davon 3 Mio. an ihre Anteilseigner ausgeschüttet. 2,4 Mio. davon gingen mittelbar (über Stadtwerke und Sparkasse) an die Stadt. Ohne diese Gewinnausschüttung hätte jede freifinanzierte VBW-Wohnung 50 Euro pro Monat günstiger sein können. In Gesprächen mit fast allen Fraktionen im Bochumer Rat im Januar und Februar hatte der Mieterverein auf die Probleme hingewiesen, die entstehen, wenn sich ausgerechnet das größte Wohnungsunternehmen am Ort als Preistreiber betätigt.

Hoffmann: „Corona stellt sehr viele Menschen vor existenzielle finanzielle Probleme, auch, was ihre Mietzahlungsfähigkeit angeht. Der Gesetzgeber hat darauf reagiert und ein befristetes Kündigungsverbot bei Mietschulden erlassen. Wenn Bochum nun ein unbeirrtes ‚weiter so‘ beschließen würde, wäre das ein Signal an über 7.000 Mieter einer freifinanzierten VBW-Wohnung: ‚Eure Probleme sind uns schnurzegal!‘ Ein Signal, das bis zur Kommunalwahl sicher nicht vergessen würde.“