Neuer Mietspiegel für Bochum

Seit heute ist der neue Bochumer Mietspiegel in Kraft. Er gilt für die nächsten zwei Jahre für knapp 140.000 Mietwohnungen in Bochum und erstmals auch für Ein- und Zweifamilienhäuser, soweit sie vermietet sind. Im Vergleich zu früheren Mietspiegeln hat es wesentliche Änderungen gegeben.

Die auffälligste Änderung ist schon das Format: Erstmals erscheint der Mietspiegel in A 4 statt wie bisher als A 5-Broschüre. Grund dafür ist die zweite wesentliche Änderung: Die Wohnlage werden ganz anders beschrieben als früher. Der Arbeitskreis Mietspiegel* hat das Stadtgebiet in 19 Wohngebiete aufgeteilt und für jedes Gebiet die durchschnittliche Miete errechnet. Die Grenzen dieser Gebiete richten sich nach dem statistischen Gliederungssystem der Stadt Bochum. Jedoch hat der Arbeitskreis benachbarte Gebiete zusammengefasst und Trennlinien anhand „natürlicher Grenzen“ gezogen: größere Freiflächen, Autobahnen, Bahntrassen etc.

Auskunft über diese Wohngebiete gibt eine Karte, die auf den Innenseiten des Heftes im Format A 3 abgedruckt ist. Da das aber immer noch nicht groß genug ist, um an den Grenzen hausnummernscharf erkennen zu können, ob die eigene Wohnung nun zu Gebiet X oder Y gehört, gibt es ein vergößerbares Exemplar der Karte unter www.bochum.de/mietspiegel. Dort gibt es auch die Möglichkeit, durch Eingabe von Straße und Hausnummer die Zugehörigkeit zum jeweiligen Wohngebiet interaktiv zu ermitteln, oder die eigene Adresse nebst dem zugehörigen Wohngebiet in einem vollständigen amtlichen Straßenverzeichnis zu suchen. Und natürlich können Sie uns anrufen und fragen: 96 11 40.

Anders sieht auch die Mietpreistabelle aus. Während in früheren Mietspiegeln nur Baualtersklasse und Größenkategorie in der Tabelle zu finden war, ist diesmal das Wohngebiet hinzugekommen. Man kann also jetzt die drei wichtigsten Merkmale, die den Mietpreis bestimmen, sofort in der Tabelle ablesen. Gleich geblieben ist, dass die Tabelle von einer Liste aus Zu- und Abschlägen flankiert wird. Wer die richtige Miete für eine Wohnung finden will, muss die Tabellenwerte um diese Zu- und Abschläge korrigieren, wenn das entsprechende Merkmal – etwa „Barrierearmut“  oder „hochwertiger Bodenbelag“ – auf die Wohnung zutrifft. Gleich ist auch, dass ausführlich beschrieben wird, was unter diesen Merkmalen zu verstehen ist.

Der Mietspiegel basiert wie immer auf einer umfangreichen Datenerhebnung, die der Arbeitskreis selbst unternommen hat. 4.300 Datensätze liegen der Auswertung zu Grunde, eine enorme Menge, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel die „Sonntagsfragen“, mit der Meinungsforschungsinstitute die politischen Trends ermitteln, regelmäßig auf maximal 2.000 Interviews beruhen – für ganz Deutschland.

Die Durchschnittsmiete lag bei 6,36 € pro qm. Das sind fast genau 8 % mehr als bei der letzten Datenerhebung für den Mietspiegel 2017. Macht also einen durchschnittlichen Mietenanstieg von 2 % pro Jahr. „Das kann man immer noch ‚moderat‘ nennen“, sagt Sabine Mosler-Kühr, Rechtsberaterin und stellvertretende Geschäftsführerein, die den Mieterverein im Arbeitskreis Mietspiegel vertritt. „Aber es ist spürbar mehr als früher und auch deutlich mehr als die allgemeine Inflationsrate im gleichen Zeitraum.“ Man merkt also an der Mietenentwicklung, dass der Wohnungsmarkt in Bochum langsam aber stetig enger wird.

 

Achtung: Mieterhöhung!

Klar ist, dass nun in großem Stile Mieterhöhungen auf Bochums Mieter zukommen. Denn es ist der Hauptzweck von Mietspiegeln, dass man damit die „ortsübliche Vergleichsmiete“ ermitteln kann. Diese darf bei Mieterhöhungen nicht überschritten, aber eben verlangt werden, weshalb der Mietspiegel zur Begründung von Mieterhöhungen herangezogen wird. Sollten Sie in den kommenden Wochen eine Mieterhöhung bekommen, prüfen Sie sie genau und kommen Sie bei Zweifeln zur Rechtsberatung.

Hier gibt’s den Mietspiegel zum Download.

Und hier gibt’s unseren ausführlichen Ratgeber zur Mieterhöhung.

 

Der Arbeitskreis Mietspiegel besteht aus:

Haus + Grundeigentümer Bochum e. V.
Arbeitsgemeinschaft der Bochumer Haus- und Grundeigentümervereine vertr. durch:
Haus- und Grundbesitzer-Verein Bochum-Linden-Dahlhausen e. V.
Arbeitsgemeinschaft der Bochumer Wohnungsunternehmen
Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e. V.
Mieterverein Wattenscheid 1919 e. V.
Stadt Bochum, Amt für Stadtplanung und Wohnen