Erfreuliche Entwicklung bei der Wohnungsbauförderung in Bochum

Der Mieterverein Bochum ist erfreut über Zahlen der Wohnbauförderung in Bochum im vergangenen Jahr, die das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW aktuell bekannt gegeben hat. Nicht nur die Bindungsverlängerung von 10-15 Jahren für 473 Wohnungen der VBW durch eine Vereinbarung mit dem Land sorgten für einen Stopp des Verlustes an Sozialwohnungen. Besonders erfreulich sind die Förderzusagen, die sich von 269 Förderungen im Jahr 2022 auf 490 fast verdoppelt haben. Auch im Vergleich zu den meisten anderen Kommunen in NRW ist das Förderergebnis beeindruckend.

Die konkreten Zahlen der Art der Förderung (Neubau, Modernisierung, Eigentum) liegen noch nicht vor. Da sich die Gesamtförderung aber nur um rund 50 % gesteigert hat, geht der Mieterverein davon aus, dass 2023 vor allem Modernisierungsvorhaben eine Förderung zugesprochen wurde. Deren Zuschusshöhe ist erheblich geringer als im Neubau. Stimmt diese Einschätzung, wäre eine Entwicklung in Gang gesetzt, die der Mieterverein sehr begrüßt. Denn viele Wohnungen mit Instandhaltungsstau und in die Jahre gekommenen Ausstattung würden so bezahlbar erhalten. Modernisierungsmaßnahmen können zudem erheblich schneller bewohnbar werden als Neubau.

Neubau ist Häuserkampf

In den vergangenen Jahren haben viele Neubau Förderzusagen nicht zu Fertigstellungen geführt. Durchschnittlich 120 Zusagen standen nur 60 Neubauten jährlich gegenüber. Zu diesem Phänomen dürften zeitaufwändige Diskussionen mit Anwohner:innen, Probleme mit Baufirmen und Herausforderungen durch Bodenbelastung geführt haben. Weitere Verzögerungen entstanden durch komplizierte und personalintensive Genehmigungsverfahren.

Mit der Baukrise seit 2023 wurde zudem der Baustopp einiger laufender Projekte sowie der Stopp von geplanten Neubauprojekte wegen Finanzierungsproblemen bekannt. Bei Neubau entstehen neben den geförderten Wohnungen immer rund 80% freifinanzierte. Deren Mietkosten bei Erstbezug würden inzwischen in Bochum um 15 € / m² liegen, was Vermarktungssorgen bei den Wohnungsunternehmen auslöst. Um jeden Neubau scheint inzwischen Häuserkampf stattfinden zu müssen.

Handlungskonzept Wohnen soll Bestand in den Mittelpunkt stellen

Der Mieterverein dringt wegen der Probleme im Neubau auf die Konzentration auf den Bestand im kommenden Handlungskonzept Wohnen. Viele Wohnungen in Bochum stehen leer und drohen dauerhaft unbewohnbar zu werden – weit mehr als die 3,6 % per Stromzählermethode erfassten Leerstände. Jetzt aktiv diese Wohnungen in den Blick zu nehmen, um sie zu sanieren und modernisieren, kann Wohnungen wieder auf den Markt bringen. Dafür benötigt Bochum eine Zweckentfremundungssatzung und viele Vermieter:innen konkrete Hilfen. Da der Neubau offenkundig nicht funktioniert, erscheint die Konzentration auf Bestandsmaßnahmen alternativlos, um die Zahlen im sozialen Wohnungsbau zumindest stabil zu halten.