Grand City behindert die Dokumentation von Mängeln im Uni-Center
Bild: Raenmaen, (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Raenmaen) „Bochum Uni-Center Gesamtansicht“, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Das Bochumer Uni-Center ist bereits seit Langem für Leerstände und mangelnde Instandhaltung der Wohnungen bekannt. Sogar das Bürgerbüro musste wegen Feuchtigkeitsschäden und Schimmel ausziehen. Dagegen wehren sich seit letztem Jahr verstärkt Anwohner:innen mit Unterstützung der AG Pro Uni-Center, in der sich Einzelpersonen, Vertreter:innen aus der Bezirksvertretung, Mieterverein und Vertreterinnen des Stadtteillabors der Hochschule Bochum in Kooperation mit dem Stadtteilgesundheitszentrum Querenburg e.V. engagieren. Die vielen Mängel wie Schimmel, defekte Bäder, undichte Fenster, defekte Fahrstühle, kaputte Haustüren… wurden bereits bekannt. Die Mieterinitiative sammelt aktuell konkrete Mängel, um sie der Wohnungsaufsicht der Stadt weiterzuleiten.
Dazu werden Bewohner:innen befragt und beim Dokumentieren unterstützt. Die Haustürgespräche, in deren Rahmen die Mängellisten erhoben werden, sind eine bewusst aufgebaute Kooperation zwischen dem Mieterverein, dem Stadtteillabor und dem Stadtteilgesundheitszentrum. Sie dienen dazu, systematisch Missstände zu erfassen, die Wohnqualität zu verbessern und Mieter:innen eine Stimme zu geben. Wer diese Gespräche behindert, stellt sich faktisch gegen transparente Information, gelebte Beteiligung und elementare Mieter:innenrechte. Bei einer Ansprache am 21.Mai kam es zu einer Begegnung mit einem aggressiven Hausmeister der Grand City. Im Rahmen unserer Haustürgespräche zur Erhebung von Mängellisten wurden Stadtteilforscherinnen des Stadtteillabors, die gemeinsam mit dem Mieterverein unterwegs waren beschimpft. Der Hausmeister filmte die Stadtteilforscherinnen und drohte, die Polizei einzuschalten.
Vor diesem Hintergrund werten das Stadtteillabor, Stadtteilgesundheitszentrum, Mieterverein und Mieterinitiative das Verhalten des Hausmeisters als klaren Versuch, engagierte Mieter:innen und ihre Unterstützer:innen einzuschüchtern und mundtot zu machen. Heimliche Videoaufnahmen von erkennbaren Personen ohne nachvollziehbaren Anlass sind persönlichkeits- und datenschutzrechtlich höchst bedenklich und transportieren das Signal: Kritik und Engagement sind unerwünscht. Die leichtfertige Androhung polizeilicher Maßnahmen verschärft diesen Eindruck und dient weniger der „Ordnung“, als der Abschreckung.
Die engagierten Vereine und Initiativen erwarten von Grand City Property und der Hausverwaltung, dass sie sich klar von solchen Einschüchterungspraktiken distanzieren. Das kooperative Projekt von Mieterinitiative, Mieterverein, Stadtteillabor und Stadtteilgesundheitszentrum sollte ausdrücklich unterstützt werden und die dokumentierten Mängel zum Anlass genommen, endlich substanzielle Verbesserungen einzuleiten. Wer ernsthaft an einem lebenswerten, sicheren Unicenter interessiert ist, muss Mieter:innenbeteiligung stärken statt sie zu delegitimieren.