Neubau in Bochum 2025: Wenig & Teuer
Laut dem Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) sind die Zahlen im Wohnungsneubau 2025 erneut gesunken. Der Rückgang lag bei 9,4 % gegenüber 2024 und damit auf dem niedrigsten Stand seit 2011. Auch Bochum macht von dieser Entwicklung keine Ausnahme.
In Bochum wurden 2025 nur noch 501 Wohnungen (nach 1.400 im Jahr zuvor, von denen aber ein Großteil hochpreisige Microapartments waren) fertiggestellt. Das städtische Ziel ist weiterhin 800 Neubauwohungen pro Jahr zu erstellen, um die unbewohnbar werdenden Wohnungen zu ersetzten und neue Bedarfe zu decken. Allein der Ersatzbedarf für verlorenen Wohnraum wurde im Handlungskonzept Wohnen für Bochum mit rund 600 jährlich angegeben. Darunter fallen viele längerfristige Leerstände, die – sofern nicht zeitnah Maßnahmen ergriffen werden – abgerissen werden müssen.
Die Neubau Zahlen sind also trotz der städtischen Bemühungen weiterhin zu niedrig. Hintergrund ist die Baukrise, die wegen steigender Bodenpreise, Baupreise und Zinsen, Wohnungen sehr teuer macht. Die Folge, es wird nicht nur weniger gebaut. Was gebaut wird, ist zudem extrem teuer. Nur sehr wohlhabende Bochumer:innen können sich Neubauwohnungen leisten, wenn diese nicht sozial gefördert sind. 2025 wurde allerdings keine einzige geförderte Wohnung im Neubau realisiert.
Erstellt wurden also ausschließlich hochpreisige Wohnungen. Freifinanzierter Wohnungsbau in Bochum ist beim Erstbezug selbst bei gemeinwohlorientierten Unternehmen inzwischen bei 14 €/m². Bei stärker auf Gewinn getrimmten Unternehmen liegt die Miete auch schon mal über 18 €/m². Es geht aber noch teurer. So sind 2025 am Lennershof in Querenburg über 100 Wohnungen durch Umbau entstanden, die laut Immobilienportalen für einen Warmmietenpreis von 26 €/m² (!) vermietet werden.
Lösungsansätze
Die Lage im Neubau bleibt schwierig. Die freie Markt kann die Wohnraumversorgung nicht alleine herstellen, erst recht nicht im bezahlbaren Segment. Höhere Zahlen im Neubau kann die Stadt allerdings auch nicht erzwingen.
Zentral ist daher der proaktive Umgang mit den rund 150.000 gebauten Mietwohnungen in Bochum. Es sollten unbedingt alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, um die bestehenden Wohnungen zu erhalten. Das ist angesichts des überalterten Zustandes vieler Wohnungen eine Herausforderung. Nicht nur die 4.000 in Bochum mehr als ein halbes Jahr leerstehenden Wohnungen fallen darunter. Viele vermietete Wohnungen leiden unter erheblichen Instandhaltungsstau, was ihren Erhalt mittelfristig gefährdet.
Gefordert ist das Amt für Stadtplanung und Wohnen, worunter sowohl die Wohnungsaufsicht wie die Zuständigkeit für die Wohnraumschutzsatzung fällt. Es braucht kreative Lösungen für überforderte Privatvermieter und Druck für unwillige Finanzinvestoren wie Peach Property und Grand City. Personell aber ist die Wohnungsaufsicht sehr schlecht aufgestellt. Niemand kann von den wenigen Mitarbeiter:innen verlangen, die vielen Probleme gleichzeitig anzugehen. Daher, um Wohnen bezahlbar zu halten, bleibt es aus Sicht des Mietervereins zentral die Wohnungsaufsicht personell massiv zu stärken.
Mehr zu den NRW-Zahlen: https://www.it.nrw/nrw-erneut-weniger-wohnungen-im-jahr-2025-fertiggestellt-128430