Bochums Angebotsmieten steigen besonders stark

Drei Geldscheine

Wer in Bochum eine neue Wohnung sucht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Nach dem aktuellen GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft lagen die Angebotsmieten im dritten Quartal 2026 um 6,3 Prozent über dem Vorjahresquartal. Nur in Hamburg stiegen die Mieten noch etwas mehr. Damit fällt der Anstieg erheblich stärker aus als im Durchschnitt der 37 untersuchten Städte und Regionen. Bochums Steigerungsrate liegt rund 70 Prozent über dem GREIX-Durchschnitt.

Das Kiel Instituts für Weltwirtschaft hat dazu die Angebotsmieten der 37 größten deutschen Städten analysiert. Zu unterscheiden ist davon die Mietentwicklung in laufenden Verträgen, die durch den Mietspiegel reguliert werden. Der Mietspiegel, der aktuell für Bochum neu erstellt wird, hingegen erfasst geschlossene Verträge und Mieterhöhungen der letzten sechs Jahre.

Außerhalb der acht größten deutschen Städte verzeichnet Bochum den stärksten in der Auswertung hervorgehobenen Jahresanstieg, vor Augsburg mit 5,6 Prozent und Mannheim mit 5,0 Prozent. Auch im Vergleich mit den großen Metropolen fällt Bochum auf: Selbst die Zuwächse in Düsseldorf und Köln mit jeweils 5,4 Prozent sowie in München mit 4,8 Prozent liegen darunter.

Auch kurzfristig zeigt die Entwicklung nach oben. Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 stiegen die Bochumer Angebotsmieten um 2,2 Prozent. Das ist fast doppelt so viel wie der GREIX-Durchschnitt von 1,2 Prozent.

Die Untersuchung zeigt zudem: Insgesamt steigen die Angebotsmieten bestehender Wohnungen stärker als die von Neubauten. Der Preisdruck erfasst damit gerade jenes Segment, auf das viele Haushalte bei der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung angewiesen sind.

Fazit

Für Wohnungssuchende in Bochum sind diese Zahlen ein Warnsignal. Ein Umzug wegen Familienzuwachs, Trennung oder einer veränderten Lebenssituation kann zur erheblichen finanziellen Belastung werden. Besonders Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen geraten dadurch unter Druck.

Damit die Wohnungssuche in Bochum nicht völlig aus dem Ruder läuft, braucht es mittelfristig dringend mehr bezahlbare Mietwohnungen. Zentral ist dafür, die Neuvermietungsmieten zu kontrollieren und zu sanktionieren. Wie die Mietpreisbeobachtung des Mietervereins seit Jahren feststellt, ist ein Großteil der Angebotsmieten auf den Immobilienportalen überhöht, vielfach mit Wuchermieten von 50 Prozent über dem Mietspiegel. Leider hat die Bundesregierung die entsprechende Formulierung, die Kommunen einfach gegen Wuchermieten vorgehen ließe, immernoch nicht geändert. Dennoch handeln inzwischen bundesweit viele Kommunen. Sie gehen mit Angeboten für suchende Mieter:innen Überhöhungen zu überprüfen, lokalen Mietenmonitoren sowie Anschreiben an Vermieter, die Not der Mieter:innen durch überhöhte Mieten auszunutzen. Die Stadt Bochum ist dringend aufgerufen, diesen Beispielen zu folgen.

Der GREIX-Mietpreisindex ist hier nachzulesen.