Betriebskosten in NRW steigen weiter – Heizung bleibt größter Kostenfaktor

Die durchschnittlichen Betriebskosten in Nordrhein-Westfalen lagen im Jahr 2024 bei 2,71 Euro pro Quadratmeter und Monat, was einem monatlichen Anstieg von 26 Cent/m² im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies geht aus dem am 18.März veröffentlichten Betriebskostenspiegel des Deutscher Mieterbundes NRW e.V. hervor. Vor diesem Hintergrund unterstützt der DMB NRW die Forderung nach einem Heizkostendeckel im Gebäudemodernisierungsgesetz.

Größter Kostentreiber bleibt die Heizung, inklusive Warmwasser, mit durchschnittlich 1,32 Euro pro Quadratmeter (Spanne: 0,41 bis 2,23 Euro). Damit entfällt fast die Hälfte der gesamten Betriebskosten allein auf das Heizen. Bei den Heizkosten war außerdem der größte Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, und zwar im Durchschnitt um ganze 16 Cent pro Quadratmeter im Monat.

„Die Zahlen zeigen, dass die Belastungen durch die sogenannten „zweite Miete“ weiterhin rasant ansteigen. Insbesondere die Heizkosten stellen viele Haushalte vor enorme finanzielle Herausforderungen“, erklärt Hans-Jochem Witzke, 1. Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW. „Gerade in Zeiten einer erneuten Energiekrise und insgesamt wachsender Unsicherheit brauchen wir einen starken und effektiven Mieterschutz bei den Heizkosten, der diese Kostenanstiege abfedert“, so Witzke weiter.

Weitere Heizkostensteigerungen drohen durch die Eckpunkte des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz. Der Einbau von Gas- und Ölheizungen soll demnach weiter möglich sein. Wie Mieterinnen und Mieter vor extrem hohe Verbrauchskosten geschützt werden sollen, ist noch unklar. Dazu hatte der Bundesverband des Deutschen Mieterbunds zusammen mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband letzte Woche einen Vorschlag für einen relativen Heizkostendeckel, der sich an dem Preis für die wirtschaftlichste Heizungsoption orientiert, vorgelegt.

„Vermieter wählen die Heizungsart aus, und sollten daher auch das Kostenrisiko tragen. Es darf nicht sein, dass die Mieterinnen und Mieter am Ende die Zeche für unwirtschaftliche Entscheidungen ihrer Vermieter zahlen. Technologieoffenheit darf kein Freibrief für eine Kostenfalle zu Lasten der Mieterhaushalte sein, und der vorgeschlagene relative Heizkostendeckel bietet hier einen wirksamen Schutz vor unkalkulierbaren Preissteigerungen“, kommentiert Witzke den Vorschlag.

Einen ebenfalls signifikanten Anstieg von 33 Cent auf 38 Cent pro Quadratmeter und Monat hat es bei den Versicherungskosten gegeben. Hier erinnert der Vorsitzende des DMB NRW an das Wirtschaftlichkeitsgebot: „Auch und gerade bei durchlaufenden Posten sind Vermieter verpflichtet, Angebote regelmäßig zu prüfen und Kostensteigerungen nicht einfach weiterzureichen“, betont Witzke.

Ansonsten hat es bei allen Posten entweder keine Veränderung oder leichte Anstiege gegeben, rückläufig sind lediglich die Kosten für Antenne/Kabel – dies ist damit zu erklären, dass Vermieter seit Mitte 2024 Kabelgebühren nicht länger als Betriebskosten auf ihre Mieterinnen und Mieter umlegen dürfen (Wegfall des Nebenkostenprivileg). Seitdem müssen Mieterinnen und Mieter sich selbst einen Anbieter suchen.

Der Betriebskostenspiegel 2024 für Nordrhein-Westfalen ist ab sofort auf unserer Website abrufbar. Er dient als Orientierung für einzelne Betriebskostenpositionen, ersetzt jedoch nicht die sorgfältige Prüfung der Nebenkostenabrechnung durch die Expertinnen und Experten eines örtlichen Mietervereins. Es handelt sich zudem um Durchschnittswerte auf Landesebene, die in erster Linie dazu dienen, allgemeine Trends und Veränderungen in NRW darzustellen. Die angegeben Kosten können von Ort zu Ort, und auch von Haushalt zu Haushalt stark variieren.

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