Peach Property in der Krise – Massive Missstände in Wohnungen

Terrassenhäuser Bochum

Der Mieterbund NRW berichtet über den Geschäftsbericht der Peach Property Group mit Sitz in der Schweiz sowie Missstände in Gebäuden des Unternehmens. In Bochum besitzt das Unternehmen mehr als 1.400 Wohnungen, von denen viele unter Sanierungsstau leiden. Darunter sind die Terrassenhäuser sowie Wohnungen in der Hustadt.

Nach wie vor befindet sich das Unternehmen, mit rund 22.000 Wohnungen in Deutschland, im Krisenmodus. Die Zinswende 2021 hat den hoch verschuldeten Konzern hart getroffen. Der Aktienkurs brach von 42 Euro auf aktuell 5,60 Euro ein. Durch den Verkauf von mehreren tausend Wohnungen versucht der Konzern aus der Krise zu kommen und will sich auf NRW fokussieren. Für die Mieterinnen und Mieter bedeutet diese Krisenpolitik vor allem einen massiven Instandsetzungsstau und regelmäßige Mieterhöhungen. 2025 legten die Mieten im Kernportfolio um 3,1 Prozent zu. Für 2026 plant der Konzern sogar eine durchschnittliche Mieterhöhung um 4 Prozent.

„Peach Property genießt einen miserablen Ruf. Zahlreiche Mietervereine berichten von vernachlässigten Wohnungen und Gebäuden, schlechter Erreichbarkeit, unberechtigten Mahnschreiben und langanhaltenden Heizungsausfällen,“ moniert Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW. „Vor allem in jene Bestände, die auf der Verkaufsliste von Peach stehen, wird kein Cent mehr investiert. Das sind Fälle für die kommunale Wohnungsaufsicht, die den Konzern unter der Androhung von empfindlichen Strafen auffordern muss, die Gebäude ordentlich Instand zu setzen.“

In den letzten Monaten mehren sich Berichte aus den Beständen der Peach Property in Dortmund, Marl, Essen und Bochum. Am 16. März strahlte Spiegel TV eine Reportage über eine extrem vernachlässigte Wohnsiedlung in Bremen aus. Kurz darauf berichtete auch das Schweizer Fernsehen aus mehreren Städten.

Das Schweizer Unternehmen weist eine Verschuldungsquote von 49,2 Prozent auf. Zum Vergleich: Vonovias Verschuldung liegt bei 45,4 Prozent, was von den Anlegern als deutlich zu hoch abgestraft wurde. Peach hat in der Hochzinsphase Wohnungsbestände in eher schlechten Lagen aufgekauft und musste das Portfolio im Zuge der Zinswende massiv abwerten. In Folge dieser Krise wandelte sich die Aktionärsstruktur signifikant. Die Sparkasse Biberach stieß ihre ca. 5-prozentige Beteiligung mit hohen Verlusten ab, ebenso wie mehrere Schweizer Privatpersonen. Aufgekauft wurden die Anteile von Beat Frischknecht und Rainer-Marc Frey, die beide zu den reichsten Schweizern gehören. Mit ihrem Einstieg wurde der ehemaliger CEO von Deutsche Wohnen, Michael Zahn, als Verwaltungsratspräsident engagiert. Er soll den Restrukturierungskurs begleiten und hat sich bereits in seiner Rolle bei der Deutschen Wohnen einen schlechten Ruf in der Mieterschaft erarbeitet. Maximale Mieterhöhungen bei minimalen Investitionen in den Bestand scheint auch bei der Peach Property Group die Leitlinie zu sein.

Über die Probleme in den denkmalgeschützten Terrassenhäusern in Steinkuhl hatten wir ausführlicher Ende 2025 berichtet.