Wohnungsmarktbarometer

Cover Wohnungsmarktbarometer 2025

Die Stadt Bochum hat das Wohnungsmarktbarometer 2025 veröffentlicht. Darin werden Preisentwicklungen auf dem Wohnungsmarkt sowie Befragungen von Marktakteur:innen thematisiert. Die Zahlen zeigen die weiter verschärfende Wohnungsnot in Bochum. Weite Teile des Wohnungsmarktes sind der Erhebung nach angespannt bis sehr angespannt.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

– Das Angebot an Wohnungen, die innerhalb der Angemessenheitsgrenzen für Kosten der Unterkunft liegen, ist für alle Haushaltsgrößen rückläufig.

– Die Anzahl an Sozialwohnungen auf 6 Prozent gesunken.

– Gleichzeitig zeigt das Wohnungsmarktbarometer, dass geförderte Wohnungen eine massive preisdämpfende Wirkung haben. Diese liegen im Median mehr als ein Drittel unter den Mieten freifinanzierter Wohnungen.

– Ähnliche Unterschiede wurden zwischen den Miethöhen im Mietspiegel und den Angebotsmieten festgestellt. Die Folge ist eine verringerte Anzahl an Wohnungsangeboten, denn viele Menschen können sich einen Umzug wegen der hohen Angebotsmieten nicht mehr leisten.

– Der Anstieg der Angebotsmieten hat sich weiter fortgesetzt. Im Bestand stiegen diese innerhalb nur eines Jahres um 5,7 Prozent, im Neubau gar um fast 14 Prozent auf 13,56€/m².

– Die Leerstandquote bei den abgefragten professionellen Vermietern ist mit 1 Prozent kurzfristig vermietbarer Wohnungen weiter gesunken.

– Besonders betroffen sind weiterhin einkommensschwache Haushalte, Familien, Alleinerziehede, Senior:innen und Haushalte im SGB-II-Bezug. Auch größere Wohnungen sind kaum verfügbar und überdurchschnittlich teuer.

– Der Anteil barrierefreier oder -armer Wohnungen bleibt extrem gering.

Dem Fazit im Wohnungsmarktbarometer schließt sich der Mieterverein an, gebraucht würden geförderte Mietwohnungen. Aus Sicht des Mietervereins Bochum bestätigt das Wohnungsmarktbarometer 2025 die seit Jahren erhobenen Forderungen nach besserem Schutz für Mieter:innen und der Erhöhung des Angebots bezahlbarer Wohnngen. Die Daten zeigen wieder einmal eindeutig, dass der Markt nicht in der Lage ist, bezahlbaren Wohnraum aus eigener Dynamik bereitzustellen. Der Rückgang des Sozialwohnungsbestandes steht in direktem Widerspruch zum nachgewiesenen Bedarf. Gerade weil geförderte Wohnungen nachweislich eine starke mietdämpfende Wirkung haben, braucht es mehr statt weniger Sozialwohnungen. Die Erwartung im Handlungskonzept geht dagegen davon aus, den jährlichen Verlust auf 150 Wohnungen zu begrenzen.

Neubau ist zur Entspannung des Wohnungsmarktes derzeit wenig hilfreich. Dazu trägt die anhaltenden Baukrise durch hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und Fachkräftemangel bei. Es entstehen kaum mehr Wohnungen als abgerissen werden. Die fertiggestellten Mietwohnungen liegen wie oben beschrieben fast beim Doppelten des Bochumer Mietspiegels.

Kein Thema in der Broschüre ist das Zustand der Bochumer Wohnungen. Dies ist in unserer Beratung ein immer wichtigeres Thema, was nicht überraschen sollte. Aus verschiedenen Statistiken ist der überalterte und energetisch schlechte Zustand der Bochumer Wohnungen bekannt. Daher braucht es Anstrengungen, damit diese weitgehend im bezahlbaren Bereich liegenden Wohnungen erhalten bleiben. Dafür kann die Stadt Druck ausüben und Unterstützung für überforderte Vermieter:innen anbieten, die keine ausreichende Instandhaltung leisten oder gar Wohnungen leer stehen lassen.

Mieterinnen und Mieter können gegen erheblichen Instandhaltungsstau ihrer Wohnung auch die städtische Wohnungsaufsicht kontaktieren. Gegen Ihnen bekannten Leerstand und drohenden Abriss hilft die neue Wohnraumschutzsatzung. Seit Kurzem können Sie auch  über die Webseite der Stadt Bochum auf leerstehende und abrissgefährdete Wohnungen hinweisen.