Gutes Förderergebnis für Bochum und Minusrekord bei Sozialwohnungen

Rathaus Bochum

Die Stadt Bochum hat die Zahlen für das Förderergebnis sowie die Neufertigstellungen im geförderten Wohnungsbau für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen haben zwei Gesichter.

Einerseits ist es erneut gelungen, eine Rekordförderung für den Bau bzw. die Modernisierung von Wohnungen zu erzielen. Bochum erreichte laut der städtischen Pressestelle mit 80 Millionen Euro die dreifache Förderung gegenüber dem Standardzuschuss. Damit können 472 Wohnungen neu bewohnbar gemacht werden, davon 182 durch Neubau und 284 durch Modernisierung sowie sechs durch Bindungsverlängerung. Gleichzeitig sank die Gesamtzahl der Sozialwohnungen in Bochum erstmals auf unter 11.700, da jährlich mehr Wohnungen aus der Bindung fallen, als neu fertiggestellt werden. So wurden zwar 307 neue Wohnungen bezugsfertig. Laut Zahlen aus dem Ratsinformationssystem endete im Jahr 2025 aber für fast 600 die Bindung.

Die erfreulichen Förderzahlen liegen über der durchschnittlichen Zahl der Bindungsverluste. Doch damit ist leider nicht sichergestellt, dass alle diese Wohnungen tatsächlich in Zukunft fertiggestellt werden. Zwischen Zusage und Bau vergehen verständlicherweise einige Jahre. Ein Blick in die Statistik der vergangenen Jahre zeigt, rund ein Viertel der Förderzusagen führten auch zu Wohnungen. So wurden zwischen 2016 und 2025 rund 2.800 Wohnungen genehmigt, aber nur knapp 2.000 gebaut. Es bleibt zu hoffen, dass diese Lücke in den kommenden Jahren geringer wird.

Der Mieterverein hält den Anteil von sechs Prozent Sozialwohnungen für die fünfzig Prozent der Bochumerinnen und Bochumer, die zu deren Anmietung berechtigt sind, für viel zu gering. Im Handlungskonzept 2024 wurde festgehalten, wenigstens 300 neue Förderungen pro Jahr umzusetzen. Dies ist für das Ziel der Erhöhung des Bestandes jedoch wie beschrieben viel zu wenig.

Die Stadt könnte nach Auffassung des Mietervereins zwar mehr tun, dieses Problem allerdings nicht vollständig allein lösen. Das Gesamtfördervolumen des Landes NRW ist dafür viel zu gering. Selbst das gute Bochumer Ergebnis könnte die Zahl der Förderungen nur maximal halten – allerdings nur, wenn alle Wohnungen auch gebaut würden.

Für dieses Dilemma bieten sich mehrere Lösungen an. Ein Ansatz wäre, die Baukosten zu senken, um mit dem gleichen Fördervolumen eine höhere Zahl von Wohnungen bauen zu können. Leider kommt dieses Ansinnen seit Jahren nicht wirklich voran. Andererseits könnte die Förderhöhe auf Bundes- und Landesebene erheblich erhöht werden, wie der Mieterbund seit Jahren fordert. Immerhin wird das Fördervolumen auf Landesebene in den kommenden Jahren um 1,5 Milliarden leicht aufgestockt. Auf kommunaler Ebene würden Bindungsverlängerungen und eine verstärkte Modernisierungsförderung statt Neubau helfen. Beides benötigte nicht nur weniger Fördergeld pro Wohnung, sondern führte auch weit schneller zu nutzbaren, bezahlbaren Wohnungen.

Erst wenn sich auf allen Verwaltungsebenen Veränderungen in diesem Sinne ergeben, könnte sich der Bochumer Wohnungsmarkt wieder entspannen.