Wohnungsmarktbericht NRW 2025: Kaltmieten steigen um 5,5 %

Kleingeld

Der neue Wohnungsmarktbericht NRW ist erschienen. In diesem analysiert die NRW Bank Trends und Strukturen der nordrhein-westfälischen Wohnungsmärkte im ersten Halbjahr 2025. Demnach stiegen die Mieten weiter an. Mit 5,5 Prozent lag die Steigerung erheblich über der Inflation.

Erstmalig wurde auch die Entwicklung der Wohnnebenkosten erfasst. Diese lagen mit durchschnittlich 3,04 Euro pro Quadratmeter 2024 um 47 Prozent höher als 2018, stiegen also deutlich stärker als die Nettokaltmieten (plus 31 Prozent). Dies belaste insbesondere Haushalte mit begrenzten Einkommen, schreibt die NRW Bank. Besondere Probleme erkennt die NRW Bank auch beim demographischen Wandel. Schon heute lebe in rund einem Viertel der nordrhein-westfälischen Haushalte ausschließlich die Generation 65 plus. Deren Zahl werde weiter zunehmen. Gleichzeitig lebten nur rund drei Prozent der Haushalte vollständig barrierefrei. Nach Ansicht der NRW Bank seien daher Investitionen notwendig, um neue Wohnungen zu bauen und Barrieren in Bestandswohnungen abzubauen.

Um den Mietanstieg zu drosseln hat die Bundesbauministerin Stephanie Hubig (SPD) aktuell eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet. So soll es Verbesserungen bei der Indexmiete und bei der Deckelung der Miethöhe in möblierten Wohnungen geben. Dies geht in die richtige Richtung, wird aber nicht ausreichen, sagt Hans-Jochem Witzke, der Vorsitzende des Mieterbunds NRW:

„Ein Anstieg der Mieten um 5,5 Prozent innerhalb eines Jahres zeigt, dass wir mitten in einer Wohnungskrise sind. Noch dramatischer ist der Anstieg der Nebenkosten, die in nur sechs Jahren um fast 50 Prozent teurer geworden sind. Ständig drastisch steigende Mieten und Nebenkosten sind für viele Menschen Armut auslösend und bringen selbst Haushalte mit mittleren Einkommen immer mehr in Bedrängnis. Die Gesamtmiete frisst einen immer größeren Teil des Einkommens und die Menschen sind zunehmend frustriert ob der Behäbigkeit der Politik. Wir haben nicht den Eindruck, dass die Dringlichkeit der Krise bei der Landesregierung angekommen ist. Sie muss mehr Geld für den öffentlichen und sozialen Wohnungsbau in die Hand nehmen und die Mieterschutzinstrumente ausweiten, sodass sie in mehr als 57 Städten und Gemeinden in NRW gelten.“.

Im Ruhrgebiet gelten die Mieterschutzinstrumente wie die Mietpreisbremse nur in Dortmund. Angespannt ist nach Ansicht der Mietervereine im Ruhrgebiet aber auch die Situation in fast allen anderen Kommunen.