Kein Geld, aber Probleme?

Wer von ALG II, Sozialhilfe oder Grundsicherung lebt, muss nicht auf kompetente Hilfe bei mietrechtlichen Problemen verzichten. Unter bestimmten Vorraussetzungen √ľbernehmen Jobcenter oder Sozialamt die Mitgliedsbeitr√§ge zum Mieterverein. Hier erfahren Sie, wie das geht.


Hilfe tut Not?

K√ľndigung? Mieterh√∂hung? Eine hohe Nachzahlung ist f√§llig nach einer Betriebskostenabrechnung? Oder Wohnungsm√§ngel, die das Wohlf√ľhlen in den eigenen vier W√§nden unm√∂glich machen: Schimmel? Zugluft? Heizungsausfall?

Das sind typische Probleme, wegen denen man gerne den Mieterverein aufsuchen w√ľrde. Wie aber machen, wenn man den Mitgliedsbeitrag nicht aufbringen kann?

Nun, da gibt es diverse M√∂glichkeiten, √ľber die wir Sie hier informieren wollen.

1. Möglichkeit: Sozialbeitrag


Wenn Sie von ALG II, Sozialhilfe oder Grundsicherung leben oder auch, wenn Sie Leistungen nach dem BAF√∂G beziehen, und Mitglied im Mieterverein sind oder werden wollen, brauchen Sie nicht nicht den vollen Beitrag zu bezahlen. Gegen Vorlage Ihres letzten g√ľltigen Bescheides vom Job-Center, Sozial- oder BAF√∂G-Amtes gew√§hren wir einen Beitragsnachlass von 25 %. Das sind aktuell immerhin 1,88 ‚ā¨. Bezogen auf den Standard-Tarif zahlen Sie also statt 7,50 ‚ā¨ nur 5,62 ‚ā¨ pro Monat. Wir selbst nehmen keine Einkommens√ľberpr√ľfung vor.

2. M√∂glichkeit: Beitrags√ľbernahme


Der Sozialbeitrag muss vom Regelsatz bezahlt werden. Da k√∂nnen auch 5,62 ‚ā¨ weh tun. Wenn Sie aber ein konkretes Problem haben, kann das Jobcenter oder das Sozialamt die Mitgliedsbeitr√§ge zum Mieterverein als Kosten der Unterkunft anerkennen. Das geht so:

  • Sprechen Sie zun√§chst mit Ihrem Sachbearbeiter / ihrer Sachbearbeiterin beim Jobcenter oder Sozialamt. Unter Umst√§nden kann man Ihnen dort direkt helfen.
  • Wenn nicht, wird man Ihnen dort eine Bescheinigung f√ľr den Mieterverein ausstellen, dass die Mitgliedsbeitr√§ge √ľbernommen werden. Wenn Ihr Sachbearbeiter / ihre Sachbearbeiterin nicht von sich aus darauf aufmerksam macht: Fragen Sie danach.
  • Mit dieser Bescheinigung kommen Sie zu uns. Sie werden dann ganz normal als Mitglied aufgenommen, ohne Beitr√§ge bezahlen zu m√ľssen.
  • Ihr Fall wird ganz normal durch uns betreut und vertreten, wie bei jedem anderen Mitglied auch.
  • Ihre Mitgliedschaft endet automatisch nach zwei Jahren zum Jahresende. Sie brauchen nicht zu k√ľndigen.

Wichtig: Die Entscheidung, ob unsere Mitgliedsbeitr√§ge √ľbernommen werden, liegt allein bei der Beh√∂rde. Wir haben keinen Einfluss darauf.

Wichtig: Handeln Sie!


Viele Menschen, die „St√ľtze“ vom „Amt“ bekommen, neigen dazu, sich um Ihre mietrechtlichen Probleme nicht zu k√ľmmern. Mieterh√∂hung? Egal! Zahlt ja das Amt. Betriebskostennachzahlung? Egal! Zahlt ja das Amt. Miete mindern wegen Wohnungsm√§ngeln? Wozu? Bekommt ja das Amt …

Wer so denkt, denkt zu kurz. Wenn die Miete steigt, bleibt sie oben, auch dann, wenn Sie irgendwann wieder einen Job haben und die Miete wieder aus eigener Tasche bezahlen m√ľssen. Wenn sie nichts gegen Wohnungsm√§ngel unternehmen, m√ľssen Sie weiter damit leben – es geht ja nicht nur um die Mietminderung.

Ihr Vermieter profitiert von allen Missst√§nden, gegen die Sie sich nicht wehren. Ihr Sachbearbeiter / ihre Sachbearbeiterin beim Amt kennt Ihre Probleme nicht, wenn Sie nicht dar√ľber sprechen. Und alle Missst√§nde bestehen weiter, wenn irgendwann mal kein Amt mehr die Kosten daf√ľr √ľbernimmt.

Merke: Wer sich nicht wehrt, mietet verkehrt!