Mieterverein Bochum - Nr. 66

Mieterforum IV / 2021 3 ::: Internes VBW gemeinwohlorientiert! Einstimmig hat die Mitgliederversammlung des Mietervereins Bochum die Resolution „Die VBW zu einem gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen umbauen“ verabschiedet. Hier ist der Text im Wortlaut. „Die VBW ist mit rund 12.600 Wohnungen nicht nur Bochums größtes Wohnungsunternehmen, sondern mit 80 Prozent der Anteile weitgehend in kommunaler Hand. Mit Hilfe des Unternehmens kann die Stadt daher einen wichtigen Beitrag zum Erhalt bezahlbaren Wohnraums leisten. – Die VBW leistet unbestritten wichtige Beiträge zur Quartiersentwicklung. – Allerdings liegen die Mietpreise bei Neuvermietungen freifinanzierter Wohnungen häufig rund 20 Prozent über den aktuellen Mietspiegelwerten. – Bei Neubaumaßnahmen baut die VBW bisher nur zu einem Drittel geförderte Wohnungen (neben freifinanzierten und Eigentumswohnungen). – Die Stadt sowie die Vonovia SE als zweiter Anteilseigner verpflichten das Unternehmen jährlich, drei Millionen Euro als Gewinn auszuschütten. Diese Gewinne werden nach Berechnungen des Mietervereins mit rund 40,00 Euro pro Monat durch die Mieter:innen der frei finanzierten Wohnungen erwirtschaftet. Der Mieterverein fordert die Stadt auf, die VBW zu einem gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen umzubauen. Das bedeutet für uns: – Neuvermietungsmieten sollen sich im Rahmen der Mietspiegelmieten bewegen. – Mieterhöhungen nach Modernisierungen sollen warmmietenneutral sein. – Mieterhöhungen im laufenden Mietverhältnis werden auf maximal drei Prozent im Jahr begrenzt. – Bei Neubaumaßnahmen wird eine Erhöhung der Quote geförderter Wohnungen auf 50 Prozent angestrebt. – Die Quartiersentwicklungen werden fortgesetzt. – Das Unternehmen erstellt transparente und nachvollziehbare Geschäftsberichte, die einer breiten Öffentlichkeit problemlos zur Verfügung gestellt werden. Um diese veränderte Geschäftspolitik zu ermöglichen, fordern wir den Rat der Stadt Bochum auf, – die festgelegte Gewinnabführungspraxis in Höhe von jährlich drei Millionen Euro zu beenden, – das Unternehmen auf eine klare Gemeinwohlorientierung festzulegen, – Ideen für eine vollständige Kommunalisierung der VBW auszuarbeiten.“ Neue Corona-Regeln Beitragsanpassung Drei Jahre lang sind die Mitgliedsbeiträge des Mietervereins stabil geblieben, obwohl die Ausgaben ständig steigen und es inzwischen auch wieder eine nennenswerte Inflation gibt. Doch nun ist eine Anpassung unvermeidlich. Der Vorstand hat auf seiner Sitzung am 04.10.2021 für die Beitragsklassen A, B, C, D, E, F und U27 eine Erhöhung um 0,50 € pro Monat beschlossen. Damit sollen vor allem die gestiegenen Personalkosten aufgefangen werden, die im kommenden Jahr erstmalig die Millionengrenze überschreiten werden. „Seit der letzten Beitragsanpassung Ende 2018 haben wir Tarifsteigerungen von fast 9 % zu verkraften.“, erläutert Geschäftsführer Michael Wenzel. Aber auch eine Mieterhöhung für die Bochumer Geschäftsstelle und eine Beitragserhöhung des Bundesverbandes DMB würden Löcher in die Vereinskasse reißen. Die rapide steigenden Inzidenz-Zahlen während der „4. Welle“ bleiben auch auf uns nicht ohne Auswirkungen. Die Corona-Regeln für den Besuch unserer Geschäftsstellen müssen daher leider wieder verschärft werden. Für alle Geschäftsstellen des Mietervereins gilt daher ab sofort die 3G-Regel. Sogenannte Alltagsmasken können nicht akzeptiert werden. In den Geschäftsstellen steht außerdem Handdesinfektionsmittel zur Verfügung. Geschäftsführer Michael Wenzel: „Wir appellieren an unsere Mitglieder, diese Maßnahmen mitzutragen.“ Wer Probleme mit den Regeln habe, solle sich direkt an die Geschäftsführung wenden, aber seinen Unmut nicht an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins auslassen.“

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